Blinder Passagier im Motorraum und Grenzabfertigung an iranisch-türkischer Grenze

03.05.2016 00:00 | News

Hören heute während der Fahrt ein Miauen im Motorraum. Sinnestäuschung… Ich stoppe, nichts zu sehen, nichts zu hören…

Es regnet. Wieder rüber über die Berge. So umgehen wir Qom, südlich von Teheran.

Von Landschaft fast nichts zu sehen, so dicht sind die tief hängenden Wolken. Dazu starker Regen.

Wir nähern uns Teheran. Entsprechend stark ist der Verkehr.


<  Foto & Copyright Dieter Kreutzkamp >

 

Vor allem Lkw und Lieferwagen. Wieder einige Unfälle. Sind total überrascht wegen niedriger Temperaturen. Die Wärme, der superblaue Himmel im Oman liegt Lichtjahre zurück. Heute fast nur Fahren und noch mal Fahren… Bin ziemlich kaputt …

Abends wieder dieses Miauen. Ich lege mich mit Taschenlampe auf Lauer… und siehe da, eine kleine Katze hatte sich offenbar am Vortag in unseren Motorraum geschlichen, war heute dort drin: Die Katze ist im Motorraum beim Höllenlärm der großen Maschine 400 km mit uns gereist!!! Unglaublich! Und Simba hat von alledem nichts mitgekriegt.

Donnerstag: (Nacht an Tankstelle 200 km vor Täbris)

Heute hören wir keine Katze. Sie scheint fort zu sein. Draußen alles schlammig. Nachts war Dauerregen. Er lässt morgens nach. Fahrtag durch graues Land. Oft sind wir über 2000 m hoch. Menschen wirken grau. Männer in dunklen Anzügen. Aber überall im Iran beobachten wir Aktivität. Hier gibt’s keinerlei Müßiggang. Viele Fabriken. Viele Lkw. Felder die sorgsam bestellt werden.

Draußen ist es frühlingsgrün aber düster.
 


<  Foto & Copyright Dieter Kreutzkamp >

 

Juliana kauft hauchdünne Fladenbrote. Regen hört auf. Starker Verkehr. Wir verbringen die Nacht an einer Tankstelle. Ein Mann klopft an Thunder. >Willkommen im Iran !!!< begrüßt er uns. Er schenkt uns eine Packung kandierter Früchte aus Hamadan – und wünscht uns eine gute Reise!

Was für eine tolle Geste!


 

Tage später nähern wir uns dem Grenzort zur Türkei: Bazargan. Die Großstadt Täbriz hatten wir zuvor komplikationslos durchquert. Wir waren also guter Dinge, als wir uns der Grenze näherten. Doch was für eine Überraschung: eine etwa 5 km lange Lkw-Schlange vor der Grenze.
 


<  Foto & Copyright Dieter Kreutzkamp >

 

Es geht bereits auf den Abend zu, und wir erwarten eine mehr oder weniger schlaflose Nacht, um uns hier durch alle Tücken der Bürokratie durchzukämpfen. Doch dann die Überraschung: Jemand an der Grenze lotst uns an den Spuren für Lkw vorbei. Wir haben buchstäblich ein ganzes Zollgebäude für uns allein. Allerdings spricht wieder niemand Englisch. Als ein Englisch sprechender jovialer Mann auftaucht, vertrauen wir uns ihm an. Ob Offizieller oder >Grenzlotse< sei mal dahingestellt… Jedenfalls liegen nach 35 Min. alle Formalitäten, samt des dazugehörenden Händeschüttelns hinter uns. Unser >Lotse< führt uns mit zwei Offiziellen an die letzte Barriere und thematisiert, dass wir eigentlich eine Dieselsteuer für den Iran hätten entrichten müssen… ich sage, wir hätten bereits alles gezahlt, was man offiziellerseits von uns gefordert hätte. Mittlerweile sind zwei iranische Offizielle neben ihm. Man beratschlagt… dann der Hinweis, dass das Leben halt teuer sei und sie alle Kinder hätten… was das Leben noch mehr verteuere. Ob ich eine >Erinnerung< für sie zurücklassen könnte. Okay, ich ziehe 5 US $ raus. Nein, sagen sie alle einstimmig, sie hätten eher an 100 € gedacht. Um die Sache abzukürzen - rund 10 Minuten später: Wir zahlen 30 US$ und trennen uns >als gute Freunde<.

Dies ist einer der ganz seltenen Fälle in unserem Reiseleben, in dem wir ganz offensichtlich (und das nicht wenig) Schmiergeld gezahlt haben. Aber die drei bildeten eine recht unüberwindliche Barriere und hätten uns das Leben an der Grenze erschweren können. Vor allem wegen dieser undurchsichtigen >Dieselsteuer< für Ausländer, von der ich mehrfach schon im Internet gelesen hatte. Sei’s drum – wir nehmen uns vor, uns nicht zu ärgern!!! Und die Belohnung kommt dann unmittelbar danach auf türkischer Seite: sachliche, freundliche und blitzschnelle Abfertigung (Dauer: 30 Min. auf türkischer Seite). Insgesamte Dauer der Abfertigung bei der Grenzstation: 1 Std. 15 Min. Mittlerweile ist es stockdunkel geworden. Kurzerhand schlagen wir unser Nachtlager außerhalb des Grenzbereichs auf.

Der nächste post folgt in einigen Tagen …
 

< Text & Copyright Dieter Kreutzkamp >

Kommentar eingeben

Kommentar eingeben


  • * Pflichtfelder