Durch den Sudan nach Khartoum

18.02.2016 17:08 | News

Unsere Reiseaktivität hat an Rasanz zugelegt. Manchmal träume ich von der Stille namibischer Gästefarmen oder der stillen Weite des Kaokolands dort… doch das ist erst einmal Geschichte…

Zur Chronologie: Von Addis Abeba kommend erreichen wir die Grenze zum Sudan. Die Visa haben wir (in Berlin mithilfe unserer Zweitpässe beschafft) in der Tasche. Die Ausreise auf äthiopischer Seite ist schnell, freundlich, professionell.

Auf der Straße des kleinen Grenzdorfes Metema sprechen mich junge Männer an, ob ich Geld wechseln wolle. Es ist immer praktisch, einen gewissen Betrag der Währung des Einreiselandes in der Tasche zu haben. Außerdem wissen wir, dass im Sudan Geld nicht mit unseren Visa– oder Mastercards am ATM zu beziehen ist.

Ich wechsle 50 US $ in sudanesische Pfund. Der Kurs: 1:9, d. h., für einen Dollar gibt's neun sudanesische Pfund.

Zugegeben, den offiziellen Wechselkurs habe ich seit der Runterfahrt durch Afrika vor rund vier Jahren vergessen. Später werde ich erfahren, dass er derzeit bei 1:6,4 liegt.

Mit neun sudanesischen Pfund pro Dollar sind wir also zunächst mal gut bedient. In Khartoum werde ich allerdings auch erfahren, dass der quasi "offizielle Schwarzmarktkurs" (bei dem "jeder" hier tauscht) bei 1:11,5 liegt (also fast doppelt so viel wie der offizielle Kurs).

Jedenfalls haben wir an der Grenze ein Bündel sudanesischen Geldes in der Tasche, und das ist immer ein gutes Gefühl.

Sehr freundliche Begrüßung auf der sudanesischen Seite der Grenze. Das täuscht allerdings nicht darüber hinweg, dass der Zollbeamte gerade beim Abendessen und dann beim Gebet ist. 3 Stunden hängen wir an der Grenze ab und starren Löcher in die Decke. Danach ist der Computer ausgefallen. Es gibt keinen Strom. Irgendwie werden wir dann aber doch in einem halben Dutzend dicker Bücher erfasst und sind endlich im Sudan!

Es ist bereits seit langem dunkel. Wir übernachten gleich hinter dem Grenzort Metema an dem Schlagbaum, bei dem unsere Papiere noch einmal kontrolliert werden.

Trotz allem sind wir flott voran gekommen: Die Distanz Gondar/Äthiopien bis Gedaref, dem ersten größeren Ort im Sudan, ist heute in rund 10 h zurückgelegt. Als Juliana und ich diese Strecke vor genau 40 Jahren mit unserem VW Bulli zurücklegten, brauchten wir dafür zehn Tage. Es war eine mörderische Schlacht bei Regen im schwarzen Schlamm, der gnadenlos die Räder in den Radkästen verklebte…

Zwischen sudanesischer Grenze und Gedaref gibt unsere Lichtmaschine den Geist auf. Hoffentlich können wir sie in Khartoum reparieren lassen. Zum Glück benötigt unser Dieselmotor keinen Strom (wenn er erstmal gestartet ist), und unsere beiden 24 V Exide Starterbatterie sind auch fünf Jahre nach dem Kauf noch bestens.

Die nächsten Ereignisse in Stichworten:
 


< Bild & Copyright Dieter Kreutzkamp >

 

Viele Kamele rechts, links oder auf der Straße. Kaum noch Menschen auf ihr, so ganz anders als in Äthiopien. Wenige Ortschaften. Umso mehr Polizeikontrollen, aber alle sind unproblematisch. Doch irgend ein Dokument will irgendwer immer sehen.

Wichtig: Innerhalb von drei Tagen nach der Einreise müssen wir uns in Khartoum bei Immigration registrieren lassen. Darüber hinaus müssen wir uns dort noch beim Tourismusministerium ein Travel- und Fotopermit besorgen. Das alles mag abschreckend klingen, aber alles in allem macht der Sudan/machen die Sudanesen das durch Herzlichkeit und Gastfreundschaft wett.

Gewöhnungsbedürftig im Land sind die unendlichen Müllberge, vor allem Plastikmüll/Plastiktüten. Alles wird in schönster Natur entsorgt. Es sind schlimme Bilder.

Und immer wieder Polizei–/Straßenkontrollen. Wir übernachten an einer Tankstelle. Streunende Hunde machen Simba verrückt. Ansonsten bleiben wir unbehelligt.

Zwei Tage nach der Grenzüberquerung erreichen wir Khartoum: Anspannung bei uns; wir wollen die Lichtmaschine reparieren lassen und hoffen hier das (fast nicht erhältliche) Transit-Visum für Saudi-Arabien zu bekommen.

Der nächste Post erfolgt in ca. drei Tagen..

 

< Text & Copyright Dieter Kreutzkamp >

Kommentare

Heidi, 19.02.2016 09:39

Hallo Juliana, hallo Dieter, Norbert und ich drücken Euch ganz fest die Daumen für das Transit Visum. Ich habe an Eure e-mail Adresse von der WebSeite geschrieben. Scheint aber nicht angekommen zu sein. Deswegen auf diesem Weg. Unsere Abreise hat sich verschoben. Wir starten frühestens Ende Mai. Gruß Heidi & Norbert

karin, 19.02.2016 09:14

Wahnsinn, wie schnell ihr seid. Viel Glück bei der Beschaffung des Saudi-Arabienvisums, ich wäre echt gespannt, ob und wie lange sie euch ohne Begleitung ins Land lassen. Alles Gute, Karin

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