Im Faltboot auf dem Kuskokwim River zum Beringmeer

01.11.2014 09:41 | News

Das letzte Mal hatte ich Juliana auf dem Flughafen von Kapstadt gesehen. Sie war nach der gescheiterten Verschiffung unseres >Afrika–Lkw< namens Thunder zur Stippvisite nach Deutschland geflogen, während ich nach Namibia gefahren, unser Fahrzeug dort untergestellt hatte, dann um die Welt geflogen und mit unserem hiesigen Chevy-Truck nach Alaska gefahren war…

Das Timing könnte perfekter nicht sein: Rund eine Stunde vor der Ankunft von Julianas Flugzeug erreichen Carol und ich Mc Grath!

 


<  Foto & Copyright Dieter Kreutzkamp >

 

Erstmals seit dem Beginn meines Wildnisabenteuers "Kuskokwim" scheint die Sonne aus blauem Himmel. So, als lächele sie. Wir nehmen das als gutes Zeichen.

Steven, ein gemeinsamer Freund, bringt tags drauf mit seinem  Flugzeug mein Pouch-Faltboot von Lake Minchumina nach McGrath, anschließend nimmt er Carol mit nach Haus. Teil eins des Flussabenteuers auf dem Kuskokwim ist damit beendet. Teil zwei beginnt mit Julianas Ankunft. Noch liegen gut 1000 km bis zum Mündungsdelta am Beringmeer vor uns…!

 


<  Foto & Copyright Dieter Kreutzkamp >

 

Auch während der Tage des Organisierens und Packens in McGrath scheint die Sonne aus wolkenlosem Himmel.

Aber wie sollte es anders sein: Kurz nach unserem Aufbruch beginnt der Regen.

Während der nächsten zweieinhalb Wochen paddeln wir täglich etwa sieben Stunden. Immer breiter wird der Fluss. Zum Schluss wird er abschnittsweise eine Breite von fünf Kilometern haben. Und wenn er sich auf 20 Kilometern geradlinig in südwestlicher Richtung zum Beringmeer zieht, wird er den Eindruck von einem riesigen, endlosen See aufkommen lassen…

Und genau in diesem Teil Alaskas beginnt der aus Südwesten kommende Wind, der sich an manchen Tagen zum gnadenlosen Sturm mausert; mit bis zu Halbmeter hohen Wellen. Da es trotz unseres ausgezeichneten Faltboots gelegentlich problematisch auf dem Wasser wird, paddeln wir auch des Nachts, wenn der Wind abflaut.

 


<  Foto & Copyright Dieter Kreutzkamp >

 

 

Es ist, als habe der Kuskokwim den Schlamm Zentral-Alaskas ins Deltagebiet geschleppt. Sand und Schlamm haben mudbars gebildet, Schlammbänke, auf denen wir mehr als einmal mitten im Sturm Zuflucht nehmen.

Am 37. Tag nach meinem Aufbruch am  Lake Minchumina erreichen Juliana und ich ohne größere Blessuren den überwiegend von Yupik-Eskimo bewohnten Ort Bethel im Kuskokwim-Delta – unser Ziel.

Das Beringmeer ist nur noch einen Steinwurf entfernt!


<  Foto & Copyright Dieter Kreutzkamp >

 

 

<  Text & Copyright Dieter Kreutzkamp >

Kommentare

Verys, 26.07.2015 04:53

Extraordinary tales! And they just keep coming! I am hnoipg to see the report of Wave Vidmars successful crossing to Hawaii published around December some time this year (2012). I had heard about the Hans Lindemann account in a boat just like my first kayak, the Klepper Aerius, but I hadnt know of the 1928 crossing by Franz Romer! Thank you so much for assembling these accounts of these extraordinary voyages!

Kommentar eingeben

Kommentar eingeben


  • * Pflichtfelder