In Kenias hohem Norden - die Moyale-Route

02.02.2016 13:57 | News

Wir erwischen einen guten Zeitpunkt, um Nairobi zu verlassen. Während der rush hour bis 10:00 Uhr morgens und ab 15:00 Uhr nachmittags ist die Innenstadt hoffnungslos verstopft.

Am späten Vormittag kommen wir los; die Kilometer bis zum Tagesziel, Nanyuki am Äquator, sind überschaubar. Vorbei am Kenyatta Airport und durch immer krakenartiger um sich greifende, hässlich zusammengewürfelte Vororte finden wir endlich "unsere" Straße nach Norden.

Wie haben wir das alles früher nur ohne Navi geschafft …??!!

Bei der Aberdare Range regnet es. Aber hier ist sowieso das Regenloch Kenias. Umso grüner und fruchtbarer das Land. Am südlichen Ortsrand von Nanyuki stoppen wir für das obligatorische Äquatorfoto!
 


<  Foto & Copyright Dieter Kreutzkamp >


Vor vier Jahren auf der Runterfahrt nach Südafrika hatten wir hier in Nanyuki unsere Bergtour auf den Mount Kenya vorbereitet (bis heute ein Highlight unserer gesamten Zeit in Afrika).

Zwei Tage bleiben wir hier im Oldhouse, einer stillen, weitläufigen Gästelodge mit riesigen Grünflächen. Wir sind die einzigen Traveller. Abends machen Hyrax (die murmeltierartigen Baumschiefer) einen Höllenlärm in den Bäumen über uns. Mount Kenya hält sich leider bedeckt.

Weiterfahrt nach zwei Tagen: ein Highlight schon nach zwei Stunden; ein Farmverkaufsstand wirbt mit Chucky`s Chips. Wir stoppen und genießen die besten Pommes seit ewigen Zeiten. Chuck, den Farmer, lernen wir auch kennen; unter anderem züchtet er in riesigen Gewächshäusern Blumen für den Export nach Europa. „Drei Tage dauert es vom Schneiden der Blüten am Mount Kenya, bis die Blumen bei euch in Deutschland im Supermarkt stehen", sagt Chucky .

Weiterfahrt entlang der Hänge des Mount Kenya hinab in die Hochebenen von Isiolo. Schlagartig ändert sich hier das Bild: Moscheen, Menschen mit den charakteristisch schmalen Gesichtern der Somalier, Frauen mit Gesichtsschleier. Nördlich von Isiolo beginnt der noch immer "wilde" Norden Kenias.

Für uns beginnt hier der lange Weg nach Äthiopien.

 

<  Foto & Copyright Dieter Kreutzkamp >

 

Eine Fahrt, die noch vor wenigen Jahren unter Globetrottern als Horrortrip galt; die Auto mordende Schütteltour auf der Moyale-Piste hoch zum Grenzort Moyale.

Kurz ein Rückblick: Auf unserer Runterfahrt vor vier Jahren mussten wir uns hier 600 km lang auf kaum vorstellbar übler Piste durchschütteln lassen. Aber Kenia hat seitdem schwer daran gearbeitet, den Asphaltstrang der Nord – Südachse zwischen Kapstadt und Kairo zu schließen. Indische und chinesische Konzerne haben den Job weitgehend erledigt!

Herrliche Landschaftsbilder, die sich bei guter Straße besonders gut genießen lassen; ein Blick über die Hochebenen wie im John Wayne Western. In Marsabit übernachten wir im Camp eines seit Langem hier lebenden Schweizers (Henrys Camp).

Dann sehen wir es mit eigenen Augen: Nur noch knapp 50 km Asphalt fehlen, dann ist die Strecke Kapstadt – Kairo durchgehend geteert. Man arbeitet mit Hochdruck daran – ein historisches Ereignis!

Ein kurzer Blick zurück: Als wir uns bei unserer ersten Afrikadurchquerung 1975/76 mit unserem T1 – VW Bulli hier durchschlugen, gerieten wir in einen Banditenüberfall. Auch vor vier Jahren gab es schwere Stammeskämpfe mit vielen Toten. Wir fuhren im Schutz einer Polizeieskorte. Trotz aller Neuerungen, dies ist immer noch ein heißes Pflaster.

In Moyale übernachten wir im Schutz der großen Polizeistation. Ein kaltes Bier finden wir in der Prison Canteen (der Kantine des größten Knasts im Norden Kenias)!

Der nächste post erfolgt in ca. drei Tagen.

 

<Text & Copyright Dieter Kreutzkamp >

 

Kommentare

Karin Walter, 03.02.2016 23:16

Hallo liebe Kreutzcamper, der Asphalt auf den Straßen sei Euch gegönnt! Wir sind gespannt, ob nun auch in Äthiopien die Straßen - von den Chinesen gebaut und der Eu finanziert - mit der beschleunigenden Decke versehen sind. Gutes Gelingen weiterhin! Die Blumen in unserem Blumenladen sollen auch aus Äthiopien kommen. Ob die auch drei Tage brauchen wie die kenianischen???? Herzliche Grüße von Karin und Walter

Jens Richter, 02.02.2016 22:41

Hallo, Ich bin vor einem guten Jahr auf das Buch Weltreise gestoßen und komme seitdem nicht mehr von Eurer Seite, dem Block und weitere Bücher los! Lese gerade auf dem Dach Afrikas und muss beim lesen Eures Blocks immer etwas umdenken! Freue mich schon auf den nächsten Eintrag, der hoffentlich nicht zu lange auf sich warten lässt!

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