Jebel Shamps - am höchsten Berg Arabiens

17.03.2016 09:50 | News

Die erste Nacht im Oman verbringen wir nur ein Stück südlich der Grenze zu den Emiraten am Strand. Endlich ohne Hochhäuser und brandenden Verkehr ...

Mit gut drei Vierteln der Fläche der Bundesrepublik Deutschland ist der Oman relativ groß. Und mit nur 3 Millionen Einwohnern schwach besiedelt. Nachdem die Wüsten Nordafrikas und die des Orients wegen politischer Instabilität und Kriege kaum noch zu bereisen sind, mausert sich der Oman zu einer neuen Touristendestination. Das ist so ziemlich alles, was wir über das Land wissen. Natürlich haben wir zwei Reiseführer und einige Landkarten im Gepäck. Dazu den in den Emiraten gekauften Oman Off - Road Guide.

Hier zunächst ein paar lose zusammengewürfelte Impressionen über die erste Nacht im Oman:

Nach der Anfahrt zum Strand stank unser Thunder wie eine alte Heringsbude. Einheimische hatten Tausende knapp 2 cm lange Mini–Sardinen zum Trocknen auf den Asphalt der Zufahrtsstraße gelegt, was für den nichts Böses ahnenden Fremden kaum vorhersehbar war… ich fuhr hindurch. Thunder stinkt seitdem …

Gewöhnungsbedürftig zudem:

Der Strand war voll angeschwemmten aber auch weggeworfenen Mülls.

Zwei Autos mit jungen Einheimischen kommen vorbei … die Insassen sind freundlich, aber eins ist lästig: Ihr ständiges Johlen und "Wau Wau“-Kläffen, nachdem sie unseren Hund entdeckt haben.

Dann endlich kehrt Stille ein, bis auf das Rauschen der Brandung ...

Als Tourist erhält man bei der Einreise einen Monat Aufenthaltsdauer. Da wir länger bleiben wollen, werden wir unsere Visa – gegen Gebühr – in Salalah, tief unten im Süden, verlängern lassen.

Die Petro–Dollars haben den Oman reich gemacht. Überall wird gebaut. Alte Wohngebiete sind plattgemacht worden, neue Fantasievillen, bei denen der Geldbeutel nach oben keine Grenzen setzt, entstehen.

 
<  Foto & Copyright Dieter Kreutzkamp >

 

Neue Straßen werden mit riesigen Arbeitsgeräten und Brachialgewalt durch die Berge geschlagen; alles modern, mehrspurig und bestens ausgeführt.

Kaum zu glauben, dass der Oman noch vor 50 Jahren wie im Mittelalter war. Der noch heute amtierende Sultan führte das Land sehr erfolgreich und auf allgemein akzeptierte Weise in die Neuzeit!

Eine Autobahn verbindet den Grenzort und die Hauptstadt Muscat. Auf Autobahn zu fahren, haben wir keine Lust. Also fahren wir auf Nebenstraßen in Richtung Al Hajar Al Gharb-Gebirge. Atemberaubend schroffe Gebirgsformationen schon von Weitem. Endlich können wir hier das tun, was wir wegen der vielen Menschen in Ostafrika kaum noch tun konnten: in der freien Natur stehen, die Wüste genießen und in die Stille hineinlauschen... endlich … Aufatmen bei uns beiden!

Südlich des vorn genannten Gebirges folgen wir dem Off - Road Guide auf Nebenstraßen in Richtung Jebel Shamps, mit gut 3000 m höchster Berg auf der Arabischen Halbinsel.

Mehr als zwei Tage dauert unser Exkurs auf atemberaubend steilen, engen (oft Erd –) Straßen, auf denen unser 7,5–Tonner bis dicht an seine Grenzen kommt. Und dann stehen wir am Grand Canyon des Oman mit Blick auf den höchsten Berg. Ein Vergleich, der jenen mit dem berühmten Grand Canyon in den USA nicht zu scheuen braucht.

 
<  Foto & Copyright Dieter Kreutzkamp >

 

Abends eine spektakuläre Überraschung: ein tosendes Gewitter, bei dem ein Blitz mit einem glühenden explodierenden Feuerball 15 m neben unserem Auto sich in den Felsboden bohrt..

Der nächste post erfolgt in ca. drei Tagen.

 

<  Text & Copyright Dieter Kreutzkamp >

Kommentare

karin, 18.03.2016 10:00

Toll, dassihr euch so viel Zeit für ein Land nehmen werdet, von dem ich noch fast nichts weiß. Ich freue mich schon, zumindest lesend an euren Erlebnissen teilhaben zu können.

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