Khartoum – Odyssee zwischen Werkstatt und Saudi-Arabischer Botschaft

21.02.2016 17:36 | News

 

 

in Stichworten: Übernachtung in Khartoum beim Blue Nile Sailing Club (20 US $ für zwei Personen!) Direkt am Nil. Schön aber laut. Nachts herrlicher Blick auf die beleuchtete Brücke und Teile der riesigen Stadt im Hintergrund. Aber auch der Blick tagsüber vermittelt das Bild einer durchaus aufstrebenden Großstadt.

 


< Bild & Copyright Dieter Kreutzkamp >
 

Wir kaufen in der AFRA Mall (der einzigen Mall im Sudan) ein. Im Supermarkt gibt es (fast) alles, was das Herz eines Reisenden begehrt.

Registrierung unserer Pässe bei Immigration am Airport. Danach besorgen wir Foto– und Travelpermit (wird vor allem auf der Weiterreise nördlich von Khartoum benötigt, sinnvollerweise sollten ein oder zwei Kopien davon gefertigt werden, an manchen Kontrollpunkten werden diese Fotokopien abverlangt).

Reparatur der Lichtmaschine erweist sich als schwierig und in manchen Teilen als Odyssee. Bosch repariert hier leider nur Dieselpumpen. Also beginnt unsere Suche… und das mit einem 7,5-Tonner zwischen Werkstätten, die zu einem Gutteil auf dem Seitenraum der unebenen Wege und Straßen liegen. Oft findet Thunder kein Durchkommen. Fast niemand in den Werkstätten spricht Englisch.

An Tag drei in Khartoum lotst uns jemand zu einer Werkstatt der im Sudan ansässigen DAL-Gruppe, die offiziell das Mercedes Logo im Emblem führt. Man ist superfreundlich, innen ist die Werkstatt total aufgeräumt, fast wie in Europa... Und man spricht Englisch. Aber reparieren kann man die Lichtmaschine auch hier nicht. Also hole ich letztendlich meinen "Schatz" vom Dach: Unsere (zwar kleinere) Reservelichtmaschine, die ich gleich vor Ort einbauen lasse. Aufatmen – alles funktioniert! Nun noch schnell ein Bild von allen fürs Familienalbum!

 

< Bild & Copyright Dieter Kreutzkamp >
 

Unser wirkliches Sorgenkind aber ist die Beschaffung der Visa für Saudi-Arabien.

Für alle, die Gleiches hier vorhaben, nachfolgende Informationen, die wir zuvor bereits nach Infos von anderen Travellern zusammengetragen hatten und die in Khartoum "Gold wert" sind.

Der sehr zuverlässige Agent ist Abdul Samie:

Saudi-Arabien Visum muss über eine Agentur arrangiert werden. Es braucht dringend einen
internationalen Eheschein, die Stimmigkeit wird geprüft. Die Agentur von Abdul Samie Ahmet ist vertrauenswürdig. Wenn man vor der Saudi Botschaft steht, geht rechts eine Straße weg, folge dieser Straße (ca. 150 Meter) bis rechts eine weitere Straße weggeht, dann ist die Agentur links ca. 80 Meter. Sie ist unscheinbar, es ist ein niedriges Gebäude. Nachfolgend die Business-Karte von Abdul.

Foto 4 Karte Abdul


< Bild & Copyright Dieter Kreutzkamp >
 

Mehrere Monate im Jahr lebt Abdul in Amerika. Wer das „Pech“ hat, dann in seinem Büro zu sein, wird allerdings von seinem Team betreut. Das spricht allerdings wenig Englisch, ist aber auch professionell.

Saudi-Arabien Visum: Wir wissen, dass es maximal – mit ganz viel Glück – ein 3-Tages-Transitvisum gibt. Dafür allerdings benötigt man das Visum des darauf folgenden Landes. In unserem Fall für das Anschlussland Vereinigte Arabische Emirate. Die gewisse Tragikomik dabei ist: Für die VAE benötigen wir kein Visum! Und spätestens an dieser Stelle dreht man sich im Kreis. Denn ohne Anschlussvisum geben die Saudis kein Transitvisum für ihr Land raus.

Jeder wird hier auf seine Weise kreativ: Über Nacht besorgen wir online ein Visum für den Oman (muss von Europa ausgemacht werden – die Seiten des Oman sind im Sudan – wie viele andere Websites auch – blockiert. Blitzschnell hilft uns hier von Deutschland aus unsere Tochter Bettina!).

Dann besorgen wir einen Wikipedia–Ausdruck, dass Deutsche kein Visum für die Emirate benötigen. Aufregende Stunden!

Morgens um 6:30 Uhr liefern wir alles bei Abdul ab. Der reicht das ganze Paket mit vielen arabischen Formularen bei den Saudis ein. Noch am selben Vormittag müssen wir vorsprechen: Juliana mit Kopftuch! Und dann der Hammer: Das 3-Tages-Transitvisum wird erteilt! Wir können es kaum glauben! Das Tor Richtung Arabien, Iran und damit für die Einreise nach Europa via Türkei ist aufgestoßen.

Jetzt geht alles Ruckzuck. Mit dem französischen Ehepaar Stephani und Norman mit ihren beiden Kindern, die wir bereits aus Nordkenia kennen, fahren wir in Richtung Suakin (sudanesischer Fährhafen für das Schiff nach Jiddah/Saudi-Arabien). Schiffstickets hatten wir bereits bei Abdul Samie gekauft.

Unser einziges "Problem": Durch die rasante zeitliche Taktung hatten wir unsere Biervorräte nicht mehr "geschafft". Einen Teil davon verschenken wir Europäern in Khartoum (Bier kostet hier normalerweise ein Vermögen). Definitiv werden wir keinen Tropfen Alkohol nach Saudi-Arabien einführen!!!

Der nächste Post erfolgt in ca. drei Tagen.

 

 

< Text & Copyright Dieter Kreutzkamp >

Kommentare

Achterberg, 23.02.2016 13:33

Hallo ihr zwei Lieben, es dauert manchmal bei uns, aber wir verfolgen aufgeregt eure Reise und drücken immer die Daumen, dass es ja weiter geht. Bleibt gesund und nach Möglichkeit kommt pannenfrei und stressfrei überall durch.Weiterhin gute Reise von Elke und Volker

Kommentar eingeben

Kommentar eingeben


  • * Pflichtfelder