Mit Camper >Johnny

11.08.2014 09:01 | News

Rauch liegt während der nächsten Tage meiner Fahrt gen Norden in der Luft. Man sagt mir, ein Buschfeuer nahe dem alaskanischen Anchorage – mehr als 1000 km entfernt – fräße sich gerade durch riesige Waldgebiete. In den entlegenen Wildnisgebieten Kanadas und Alaskas nichts Ungewöhnliches. Feuer gehört zum Rhythmus der Natur und so lassen die fire fighters den Wald brennen, solange  Menschen oder Siedlungen nicht unmittelbar gefährdet sind.


<  Foto & Copyright Dieter Kreutzkamp >
 

In Whitehorse, der Hauptstadt des Yukon Territory, verlasse ich mit unserem Camper >Johnny< den Alaska Highway.

Warum?

Seit Ende der 1970er Jahre habe ich ihn viele Male befahren; so entscheide ich mich alternativ für den Klondike Highway Richtung Dawson City. Jene Siedlung, von der aus im Jahr 1898 der Lockruf des Klondike-Goldes um die Welt jagte und Glücksritter zwischen London, Berlin, Schanghai, San Francisco und Seattle in den Nordwesten Amerikas lockte.

Ein letzter Abend in den heißen Pools der Takhini Hot Springs bei Whitehorse, ein letzter guter Kaffee von Starbucks gleich neben Wal Mart (wo viele Wohnmobilisten kostenlos im Camper übernachten), dann beginnt die gut 500 Kilometer lange Fahrt zum Klondike.

Als ich die Five Finger Rapids, die malerischen Stromschnellen nördlich von Whitehorse, erreiche, liegt der dichte Rauch des Buschfeuers von Südwest-Alaska wie eine weißlich-dicke Glocke über dem Yukon. Erst zwei Tage später löst ein starker Wind sie auf.


<  Foto & Copyright Dieter Kreutzkamp >
 

Die nächsten Nächte verbringe ich auf einem Yukon Territory-Campground, um für die vor mir liegenden Abenteuer zu packen. Im Camper stapeln sich Kästen und Päckchen mit Müslizutaten, sowie Nüssen, Früchten und Schokoladennaschereien für die vor mir liegenden Wildnistrips.

Wenn meine Planung aufgeht, werde ich die nächsten 2 bis 3 Wochen noch mit unserem Camper unterwegs sein. Danach wird mich ein Buschflugzeug zu unserer gemeinsamen Freundin Carol, einer Alaskanerin die wir seit über 20 Jahren kennen, in die Wildnis fliegen.

Es muss Carol und mir gelingen, uns zu Fuß zum Quellgebiet des Kuskokwim River durchzuschlagen, wo eine mehrere Hundert Kilometer lange Kanutour beginnen soll. Wir werden dem  Kuskokwim bis zur Buschsiedlung McGrath folgen. Etwa zur gleichen Zeit wird Juliana von Deutschland nach McGrath kommen, um das Abenteuer von dort aus bis zum Beringmeer mit mir im Faltboot fortzusetzen.

Zugegeben, dieser Plan birgt noch tausend Unwägbarkeiten und sein Ausgang ist offen…


<  Foto & Copyright Dieter Kreutzkamp >
 

Während der nächsten Tage bereite ich nahe Dawson City die Details der ersten Etappen des Abenteuers vor; d. h. Ausrüstung sortieren, auf Vollständigkeit prüfen, Zelt imprägnieren, Essen für mehrere Wochen portionieren… etc… etc…

Eine logistische Herkulesarbeit.

Von Dawson City folge ich dem Top of the World Highway nach Alaska.


<  Foto & Copyright Dieter Kreutzkamp >
 

 Anchorage, die mit Abstand größte Stadt des 49. US–Bundesstaates, empfängt mich mit strömendem Regen. Das einzig Gute daran: Der Regen löscht die riesigen Buschbrände.

6000 km nach meinem Start im Süden Kanadas stelle ich unseren Camper Johnny bei einem kommerziellen storage place unter.


<  Foto & Copyright Dieter Kreutzkamp >
 

Dann quetschte ich mich in ein mail plane, ein Postflugzeug  von Wright`s Airline, das mich in die völlig entlegene Wildnis unweit des Mount McKinley zu unserer Freundin Carol bringt.

 

<  Text & Copyright Dieter Kreutzkamp >

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