Münchner Marmeladenrezept und arabische Gastfreundschaft

09.03.2016 08:45 | News

Es ist unser Plan, die Emirate an der Ostseite bei Fujairah, einem der sieben Emirate, in Richtung Oman zu verlassen.
 

<  Foto & Copyright Dieter Kreutzkamp >

Wir sind auf der Ausfallstraße Richtung Grenze, als uns ein weißer Pkw überholt und eine in typisch schwarzer Kleidung gewandete Frau aus dem Beifahrerfenster uns freundlich zuwinkt. Es dauert einen Moment, bis ich kapiere, dass man uns bittet, anzuhalten. Und so lernen wir Anwar und seine Frau Maitha kennen.

"Guten Tag, wie geht's?!“, grüßt er auf Deutsch. Acht Jahre hat Anwar in Deutschland gelebt. "Bin schon halber Deutscher", sagt er lachend. In München hat er Medizin studiert. Bald steht das Facharztexamen an. In 14 Tagen wird Anwar zurück nach München fliegen."Leider liegt dort in diesem Winter fast kein Schnee…", sagt er mit betrübtem Gesicht.

"Kommt zu uns nach Haus, wir laden euch zum Essen ein." Inzwischen haben wir auch seine Frau begrüßt. Wir fahren die wenigen Kilometer bis zu ihrem Haus hinter ihnen her. Und was für ein Haus, großzügig angelegt mit riesiger Wohnfläche! So oder so ähnlich sind auch die etwa 100 anderen rechts und links aus dem Boden gestampften Häuser der Nachbarschaft.


<  Foto & Copyright Dieter Kreutzkamp >

Anwars Haus ist bis auf die Inneneinrichtung fertig. Nach dem kompletten Abschluss seiner Ausbildung in Deutschland wir er hierher zurück kehren und hier als Arzt praktizieren.

"Ich hoffe, dass später auch meine Kinder mit ihren Familien hier wohnen werden", sagt er. Doch das wird noch dauern, bis die in Deutschland geborenen und dort zu einer internationalen Vorschule gehenden Kinder soweit sind…

Der immense Ölreichtum der Emirate spiegelt sich auch in den oft palastartig angelegten, nagelneuen Villen der "ganz normalen"arabischen Bevölkerung wider. Ein Reichtum, der natürlich nicht für die Gastarbeiter aus Indien, Bangladesch oder Afrika gilt…

Wir lassen uns auf einem Teppich nieder. Man verwöhnt uns: vor allem mit Anwars selbst gekochter Apfelmarmelade: "Das habe ich in München gelernt!"

Am Grenzübergang zum Oman klappt alles reibungslos: Knapp zehn US-Dollar pro Person kostet die Ausreise aus den Arabischen Emiraten. Auf omanischer Seite berappen wir umgerechnet etwa 65 US$ für die Kfz–Versicherung. Die Kosten für die Oman-Visa hatten wir bereits zuvor online bei der Visabeantragung gezahlt.

Ruckzuck sind wir im Oman.

Der nächste Post erfolgt in ca. drei Tagen.

<  Text & Copyright Dieter Kreutzkamp >

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