Lagebericht: Let`s go West – nach Uganda…

24.04.2012 08:00 | News

Von der (Berg-) Freiheit des Mt. Kenya zurück zur Realität der Straßen:

Nachdem wir gestern sechs Stunden lang (für 160 km) auf teilweise miesester Teerstraße bergauf (ca. 2600 m Höhenmeter) und dann bergab gefahren sind, können wir es kaum fassen, nahe Eldoret im Westen Kenias in dieser Oase angekommen zu sein.

Wir sind umgeben von tropischen Pflanzen, äußerst ideenreich angelegten Hütten, Wegen und Gebäuden. Heute Morgen haben wir einen Swimmingpool entdeckt, in den über einen Wasserfall frisches Wasser rauscht. Einfach Spitze! Geführt wird es von einem indisch stämmigen Mitt-Vierziger voller Power. Im Dezember 2009 war kein Geringerer als Bill Gates hier. Entdeckt haben wir diesen Overlander-Stopp bei der auf unserem Garmin – GPS installierten Software >Tracks for Africa<.

Eine Erholung von dem, was wir gestern auf der Fahrt hierher gesehen hatten: Armut, Menschen in zu großer, schmutziger, oft zerrissener Kleidung, die Kartoffeln, Karotten und Tomaten anbieten. Auffällig erfreulich dazwischen die vielen Kinder und Jugendlichen in properer Schulkleidung. In Kenia wird viel für die Schulbildung getan.


Foto & Copyright: Dieter Kreutzkamp
 

Die Straßenverhältnisse auf dieser Route sind der Albtraum: bis zu 30 cm tiefe Spurrillen im Asphalt, unterbrochen von Straßenabbrüchen und Geschwindigkeitsentschläunigern (speedbreaker oder bumper, gemeine Beton- oder Asphaltbuckel, die quer zur Fahrbahn verlaufen).

 Dazu ein mächtiger Schwerverkehr. Zwei Lkw liegen umgekippt neben der Straße.

Wir wussten zuvor nicht, dass sich hier entlang der ganze Schwerverkehr nach Uganda, Ruanda, Südsudan und Kongo entlang quält…Vor allem Tanklastzüge, die von Mombasa in Richtung Zentralafrika rollen. Einer hinter dem anderen!!!

In Eldoret kaufen wir für umgerechnet 60 € ein, da wir für unseren nächsten Berg-Trip auf den 4321 Meter hohen  Mt. Elgon in Uganda gerüstet sein wollen und nicht wissen, ob wir selbst für Verpflegung sorgen müssen.

So ausgerüstet ging es guten Mutes weiter. Doch als wir uns ständig auf holprigen Nebenwegen – die schon fertige Asphaltstraße im Blick!! – ohne ein Ende absehen zu können - abquälen mussten, erkundigten wir uns nach einer Alternativstrecke.

Und wenn man hier jemanden fragt, der nicht weiter weiß, fragt der jemand anderen… und der vielleicht auch noch jemanden… Dann wirft er alle Infos in einen Pott – und manchmal kommt was Gutes dabei raus. Oder auch nicht…wie hier!

Der Empfehlung folgend versuchten wir eine Nebenstraße, doch die ist das Übelste, was wir seit Jahren unter den Reifen hatten. Wie ein ausgewaschenes Flussbett… Wir stellten uns vor, wie es auf dieser lehmigen, mit Steinen durchsetzten Strecke wohl in der Regenzeit aussieht…??!!

Spät am Nachmittag erreichten wir den Grenzort nach Uganda.

Am Zollgebäude umschwärmten uns mindestens 10 Schlepper, die uns bei den Grenzformalitäten - gegen bare Münze, versteht sich - helfen wollten. Wir entschieden uns für einen von Ihnen. Sofort ließen uns die anderen In Ruhe. Das war nervenschonend; flott waren die Formalitäten erledigt.

Besonders freundlich war man auf ugandischer Seite: Eine gepflegte, schick gekleidete Frau bearbeitete unser Carnet, das Autodokument, erklärte uns, wie viel road tax wir zahlen müssten, und schließlich fand sie auf meine Frage, ob wir wegen einbrechender Dunkelheit hier übernachten könnten, einen ruhigen Platz mitten im Grenzgebiet für uns.

Der Auftakt in Uganda ist klasse!

Als wir die obligatorische „road tax“ bezahlen wollen, lässt man uns vor der langen Schlange Wartender sofort vorn an den Schalter! Superfreundlich!


Die Kreutzkamps und ihr ugandischer Ranger-Guide Esaia.  Foto & Copyright: Dieter Kreutzkamp
 

Drei Tage später sind wir am Mt. Elgon: In Uganda nimmt die staatliche Nationalparkverwaltung einem durch recht präzise Organisation einen Gutteil der Vorbereitung ab. Wir erhalten zur Begleitung zwei bewaffnete Ranger; die am Berg lebenden Stämme stellen Träger und Koch; so profitieren sie unmittelbar von den (nur sehr wenigen sich hierher verirrenden) Bergwanderern.

Drei Tage sind wir unterwegs; auf dem 4321 m hohen Gipfel des Mt. Elgon sind wir die Einzigen. Kein anderer Trekker ist außer uns auf dem gesamten Bergmassiv!!!

Ein großartiger Trip (der mit rund 600 US$ für uns beide allerdings auch seinen Preis hatte).

Foto & Copyright: Dieter Kreutzkamp
 

Kampala, Ugandas Hauptstadt, und Queen Elizabeth Nationalpark heißen unsere nächsten Etappen. 

< Nächste Etappe >

< Text & Copyright: Dieter Kreutzkamp >

<  Karte: H. Berndzen, etriox OHG >

 

 

 

Kommentare

Natalia, 25.07.2015 12:20

Very valid, pithy, suticncc, and on point. WD.

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