... dumm gelaufen ...

28.04.2014 15:25 | News

 Dumm gelaufen…

Natürlich gibt es schlechtere Plätze um zu warten als Kapstadt! Ganz zweifellos! Aber wir wollen endlich weiter nach Südamerika.
 


<  Foto & Copyright Dieter Kreutzkamp >
 

Seit mehreren Monaten hatten wir uns darauf eingestellt, die Passage für unseren Lkw auf dem Containerschiff war gebucht, und dann der Flop..!

Parallel beauftragen wir ebenfalls die Schiffsagentur Kenko Clearing in Kapstadt bei anderen Container – Gesellschaften Ausschau nach einem flat rack, also einer Plattform zum Lkw- Transport, zu halten. Der Agent, Justin Hooper, ist außerordentlich engagiert und arbeitet schnell. Sein Angebot, der Transport auf einem Containerschiff von MOL-Line, klingt sogar deutlich besser als das von CD Shipping. Denn MOL verkehrt direkt zwischen Kapstadt und Buenos Aires (geht also nicht über einen zentralen Umschlagsplatz in Europa, wie zum Beispiel bei unserem Angebot von MAERSK).

Jubel, als Justin uns eröffnet, ein flat rack sei für uns bei MOL verfügbar. Zwei Tage später allerdings lange Gesichter: ein anderer Agent hatte uns das flat rack vor der Nase weggeschnappt. Stattdessen ist der Preis binnen einer Woche um rund 1000 € gestiegen. Wir bitten Dustin, um den Preis zu feilsche: Mit Erfolg. Er reduziert den Preisanstieg auf "nur" 500 €. Es geht hier offenbar zu wie auf einem orientalischen Basar.

Dennoch: kein flat rack ist in Sicht. Aber Justin Hooper gibt sich erkennbar Mühe und zeigt sich optimistisch.

An dieser Stelle kurz ein paar Worte zu den Preisen: Schiffstransport, Verladung, Hafen – und Agentengebühren in Kapstadt liegen bei ca. 8000 €. Hinsichtlich der Hafengebühren in Buenos Aires hält sich jeder ziemlich bedeckt, denn die Agenten in Buenos Aires sollen recht undurchsichtige Praktiken haben. Mir liegen für das handling in Buenos Aires Angebote von 3000 bis 6000 $ vor (für nichts weiter, als das Entladen im Hafen von Buenos Aires, die Agenten- und Hafengebühren…!!!)

Das ist nicht erfreulich; wir wussten das aber und hatten uns darauf eingestellt. Trotzdem scheint nichts zu klappen…

Wir warten, schmieden Alternativpläne. Angebote, unseren Thunder zum Beispiel von Port Elizabeth (in Südafrika) nach Deutschland verschiffen zu lassen, um dort auf eine Schiffspassage mit Grimaldi nach Südamerika zu warten, verwerfen wir.

Der Druck auf uns erhöht sich wegen des Ablaufs unserer südafrikanischen Visa. Beide stehen wir unter Strom! 10.000 Volt mindestens…

In der Zwischenzeit hat in meinem Kopf eine (zugegeben extrem) andere Variante konkrete Gestalt angenommen. Kurz vor dem Ablauf der Visa schlagen wir den Knoten durch:

 1. Wir verabschieden uns gedanklich von der Verschiffung nach Südamerika zum jetzigen Zeitpunkt.

2. Stattdessen werde ich Thunder im trockenen Namibia für einige Monate unterstellen.

3. Juliana fliegt vorübergehend nach Deutschland, während ich…

4. … nach Vancouver in Kanada fliege, dort in einen Greyhound-Bus steige und 9 Stunden lang ostwärts zu unserem kanadischen Pick-Up-Camper (den wir seit Jahren dort haben) zu fahren. Ich werde ihn startklar machen…

5. … und mehrere tausend Kilometer nordwärts auf dem Alaska Highway bis Zentralalaska fahren…

6. … dort in ein Buschflugzeug steigen und in die tiefe Wildnis Zentralalaskas fliegen, um….

7. … 1600 km im Kajak zum Beringmeer zu paddeln.

8. Juliana wird von Deutschland aus zu mir stoßen.

Wie gesagt…damit ist der Knoten erstmal durchgeschlagen!
 


<  Foto & Copyright Dieter Kreutzkamp >
 

Juliana ist mittlerweile längst Richtung Deutschland abgeflogen. Allein rolle ich mit Thunder Richtung Zentral- Namibia…

 

<  Text & Copyright Dieter Kreutzkamp >

 

Kommentare

karin, 07.05.2014 14:52

Nicht wirklich, oder??? Andererseits, krasse Situationen verlangen krasse Lösungen! Viel Spaß bei der Eroberung Amerikas von der falschen Seite! Man gönnt sich ja sonst nix... Alles Liebe karin

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