Durch Südäthiopien in Richtung Addis Abeba

05.02.2016 14:04 | News

In Moyale kommt das "Ende-der-Welt-Gefühl“ auf; ein staubiger, desolat wirkender Ort.

Durch den kenianischen Zoll kommen wir flott durch. Dann die äthiopische Seite: Nein, der Zoll habe heute am Sonntag geschlossen, sagt der Immigration Officer. Den Einreisestempel ins Visum könnten wir zwar heute bei ihm kriegen, auf den Zöllner müssten wir bis Montag warten. Wir verhandeln. Man schickt nach dem Zöllner, der tatsächlich für uns kommt und unsere wichtigen Autodokumente abgestempelt.

Übrigens warten wir in dieser Grenze gemeinsam mit interessanten Franzosen; Stephanie und Norman mit ihren zwei Kindern. Ihr Auto hatten sie nach Singapur verschiffen lassen und waren von dort aus in Südostasien unterwegs. Die nächste Verschiffung ihres Wagens erfolgte nach Australien und von dort ging es nach Südafrika. Jetzt sind die Vier auf dem Weg zurück nach Frankreich. Anderthalb Jahre sind sie schon unterwegs. Das schier Unglaubliche dabei: Diese große Reise erfolgt mit einem ganz normalen tief liegenden Fiat – Wohnmobil! Aber die Vier haben sich bislang recht gut damit durch Afrika geschlagen.

Gemeinsam übernachten wir im äthiopischen Ort Yabello auf einer katholischen Missionsstation. Pater Iede lädt uns zum Tee ein und plaudert über seine 50-jährige Tätigkeit als Missionar.

Vor vier Jahren waren wir die äthiopische Ostroute runter bis Yabello gefahren. Jetzt entscheiden wir uns für die Westroute über den Ort Arba Minch.

Die ersten 100 km dorthin durch landschaftlich tolles Gebirge sind Piste…, stellenweise der Albtraum für unseren Thunder. Doch er steckt auch das weg!

Dann beginnt so etwas wie Asphalt, eine Mischung aus Löchern, Sand, roter Erde und noch roterem Staub zwischen Asphaltresten. Doch allmählich wird's besser. Aber was heißt besser...

Willkommen in der Realität Äthiopiens: Menschen, Menschen und noch mal Menschen, die die Straße zu Fuß bevölkern. Und wo kein Mensch ist, sind Kühe, Esel, Lastkarren, Schafe, spielende Kinder, Ziegen… Pater Iede hatte gesagt, in Äthiopien sei die Straße nicht für Autos da, sondern für Fußgänger und Tiere. Wie wahr!!!!

 


<Foto & Copyright Dieter Kreutzkamp>

 

Für Autofahrer – insbesondere im Lkw wie wir – ein hohes Risiko, denn alle paar Sekunden muss ich ausweichen. Ab Arba Minch ist die Straße hoch nach Addis Abeba gut. Oft klettern wir bis auf über 2600 m Höhe, manchmal im ersten Gang mit bescheidenen 15 km/h.

Heute ist einer der bedeutendsten Feiertage Äthiopiens, das Timkat-Fest. Überall lassen sich Menschen in weißen Tüchern in Flüssen taufen. Beeindruckende Bilder… wie aus einer anderen, längst vergangenen Zeit. Umso voller sind allerdings an diesem Feiertag auch die Straßen. Übernachten in der Natur ist unmöglich; überall Menschen. Also pennen wir im Hofgelände eines Hotels in der Stadt Sodo. Momentaufnahme: Es gibt zur Zeit im Ort weder Elektrizität noch Wasser. Der Gang zur Hoteltoilette ist nur für solche, die mit besonders starken Nerven und unempfindlichen Geruchssinnen ausgestattet sind. Danke Thunder für deine große Nasszelle! Wir sind froh, nicht in diesen Hotels übernachten zu müssen.

Unser nächstes Ziel ist Addis Abeba.

Der nächste post erfolgt in ca. drei Tagen.

& Copyright Dieter Kreutzkamp>

Kommentare

Karin Walter, 05.02.2016 23:05

Hallo liebe Kreutzkämper, wenn wir Addis hören, denken wir an unseren Aufenthalt dort. Wir hoffen, dass es Euch genauso gut ergehen wird. Addis ist eine Herausforderung insbesondere der größte Markt Afrikas. Wir sind gespannt auf Eurern Bericht!!! Mit Eurem großen Hund seid ihr da sicher auf der sicheren Seite! Herzliche Grüße Karin und Walter

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